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	<title>Online Marketing Blog (eMagnetix) &#187; interview</title>
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	<description>Online Marketing Blog aus Österreich - Werbung im Internet</description>
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		<title>Online Reputation Management: Interview mit Philipp Einecke</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Mar 2009 12:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser engagierter Berufspraktikant Simon hatte letzte Woche mit Hrn. Philipp Einecke, dem Geschäftsführer von Marketing Constructor GbR Einecke &#38; Giesche im Zuge seines Berufspraktikums und seiner Bachelorarbeit, ein sehr interessantes Interview:
Simon Derflinger: Danke, dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben, Hr. Einecke. Im Zuge des 6. Semester meines ebusiness Studiums beschäftige ich mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser engagierter Berufspraktikant Simon hatte letzte Woche mit Hrn. Philipp Einecke, dem Geschäftsführer von <a href="http://www.marketing-constructor.de/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.marketing-constructor.de');" target="_blank">Marketing Constructor GbR Einecke &amp; Giesche</a> im Zuge seines Berufspraktikums und seiner Bachelorarbeit, ein sehr interessantes Interview:</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Danke, dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben, Hr. Einecke. Im Zuge des 6. Semester meines ebusiness Studiums beschäftige ich mich mit Online-Reputation-Management. Damit einhergehend verfasse ich zu diesem Thema eine wissenschaftliche Arbeit. Seit einigen Monaten setze ich mich nun mit ORM auseinander. Was war für Sie ausschlaggebend, dass Sie sich mit dieser Thematik beschäftigen?<br />
</strong><br />
Philipp Einecke: Statistiken beweisen immer wieder sehr eindrucksvoll, welche Rolle die öffentliche Darstellung einer Person nicht nur beim beruflichen Vorwärtskommen spielt. Auch in meinem Bekanntenkreis finden sich solche Beispiele, wie der Ruf eines gesamten Unternehmens oder einzelner seiner Mitarbeiter sich auf eigentlich unbeteiligte Personen auswirken kann. Das zeigt, dass jeder Mensch davon betroffen sein kann. Es ist interessant, zu sehen, welche Verflechtungen durch die Verbreitung von Nachrichten sich einerseits von selbst ergeben und welche Zusammenhänge die Menschen herstellen, die negative Darstellungen von Firmen oder Personen lesen. Es ist eine Eigenart des Menschen, vom Kleinen auf das große Ganze zu schließen und umgekehrt Einschätzungen einer größeren Gruppe auf jedes einzelne Mitglied zu übertragen. Es ist eine echte Herausforderung Möglichkeiten zu finden, wie man diesen Denkmechanismus der Menschen wirksam durchbrechen kann.</p>
<p><span id="more-406"></span></p>
<p><strong>Simon Derflinger: Kürzlich kursierte ein Bericht durch die Medien, dass eine junge Dame, gekündigt wurde, weil sie kurz zuvor, bei einem bekannten Social Media Dienst, gepostet hatte, wie langweilig es nicht in der Firma sei. Diese Meldungen sind keine Einzelfälle mehr. Immer öfter informieren sich Unternehmen über ihre Angestellten, oder erkundigen sich vor der Einstellung einer neuen Fachkraft, über sie im Internet. Der Wandel des weltweiten Netzes zum Web 2.0 senkte die Anonymität des Einzelnen erheblich. Was bedeutet das für jeden Einzelnen? Hat das nur negative Auswirkungen auf unsere Privatsphäre?</strong></p>
<p>Philipp Einecke: Nein, das hat durchaus auch Vorteile. Denken wir nur an die Menschen, die Klassen- oder Studientreffen vorbereiten und dafür die Adressen zusammen tragen müssen. Da bieten die im Internet hinterlegten Daten eine sehr wirksame Hilfe. Auch Erbenermittler greifen gern auf die Daten im Internet zu. Stellen Sie sich vor, Sie hätten irgendwo in der Welt einen Erbonkel, von dem Sie nichts wissen und Sie bekämen ein Millionenerbe nicht, nur weil man Sie nicht finden konnte. Allerdings ist es richtig, dass eine negative Darstellung einer Person im Internet sehr viele Nachteile mit sich bringt. Für den Einzelnen ist es extrem schwierig die Kontrolle zu behalten, welche Daten über ihn öffentlich zugänglich sind und welche nicht. Vor allem sollte man sich hüten, selbst im Internet zu viel über sich preis zu geben oder gar mit seiner Meinung über die verschiedensten Dinge zu leichtsinnig umzugehen. Besonders die zahlreichen sozialen Netzwerke und Meckerforen bergen eine große Gefahr, weil viele Nutzer unterschätzen, wie leicht diese Daten auch von nicht registrierten Nutzern eingesehen werden können.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Nicht nur Privatpersonen müssen auf Ihre Reputation im Internet achten. Auch Unternehmen müssen ihre Online-Reputation laufend im Auge behalten. Zu groß ist der Meinungsaustausch zwischen den Internetusern über Unternehmen und deren Produkte bzw. deren Marke. Wie sollen Unternehmen mit der Web 2.0-Welt umgehen? Was empfehlen Sie Unternehmen für ein erfolgreiches Monitoring?</strong></p>
<p>Philipp Einecke: Auch den Unternehmern möchte ich unbedingt ans Herz legen durchgängig zu kontrollieren, was über sie im Internet veröffentlicht wird. Das ist zu Beginn sehr zeitraubend, aber man entwickelt sehr schnell ein Gespür dafür, wo negative Informationen öffentlich breit getreten werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich von den Blogs und Foren, wo regelmäßig Stimmung gegen Unternehmen oder deren Mitarbeiter gemacht wird, via RSS Feed neue Einträge automatisiert anzeigen zu lassen. Wer sich die Mühe nicht machen möchte, könnte das sehr schnell auch wirtschaftlich zu spüren bekommen. Deshalb sind die Dienstleistungen, die für Unternehmen und Einzelpersonen zur Bewahrung oder Wiederherstellung einer positiven Web Reputation angeboten werden, eine gute Sache. Im Verhältnis zu den Einbußen, die ein Unternehmen durch eine Diffamierung erleiden kann, sind die Kosten für eine solche Betreuung verschwindend gering, zumal das Potential der Diffamierung vom Unternehmen als Ganzes bis hin zu jedem einzelnen Mitarbeiter reichen kann. Auch sollte man die Aktivitäten von Mitarbeitern im Auge behalten, die von Seiten des Unternehmens gekündigt worden sind. Der Schwerpunkt liegt hier vor allem auf Beendigungen von Arbeitsverhältnissen auf Grund von Vorfällen, die durch wiederholte Abmahnungen zu einer fristlosen Kündigung geführt haben. Sie versuchen sich häufig durch die Verbreitung diffamierender Nachrichten am Unternehmen zu rächen. Das passiert vor allem dann, wenn sie sich durch die Kündigung unberechtigt behandelt fühlen.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Welchen Einfluss hat die Homepage eines Unternehmens auf dessen Reputation im Internet? Welche Chancen bestehen hier, wenn es um den Ruf im World Wide Web eher schlecht bestellt ist? </strong></p>
<p>Philipp Einecke: Wer meint, dass die eigene Homepage nur den Zweck der Auffindbarkeit der Kontaktdaten und der Werbung erfüllen kann, der unterschätzt das darin liegende Potential gewaltig. Unternehmen, die eine negative Reputation im Internet haben, besitzen oft auch Websites, die kaum gepflegt werden. Das ist eine fatale Nachlässigkeit. Über seine Website kann man ein entscheidendes Stück dazu beitragen, negative Nachrichten in den Hintergrund treten zu lassen. Beschwert sich beispielsweise ein ehemaliger Mitarbeiter in einem Meckerforum darüber, dass er im Unternehmen gemobbt worden ist, kann man dem begegnen, indem man auf seiner Website den neuesten Maßnahmenkatalog gegen Mobbing vorstellt und so der Öffentlichkeit signalisiert, dass man das Problem erkannt und entsprechend darauf reagiert hat. Hier sollte allerdings mit viel Fingerspitzengefühl herangegangen werden. Werden einzelne Mitarbeiter öffentlich wegen ihrer unternehmerischen Entscheidungen kritisiert, bietet die Homepage die Möglichkeit, allgemein über die Notwendigkeit bestimmter Vorgehensweisen zu berichten und sie mit Fakten zu untermauern. So entzieht man den Nachrichten die Basis, auf der sie negativ ausgewertet werden können. Allerdings sollte man sich auch hier professionelle Hilfe holen, die am besten in einer Person besteht, die sich von der Psychologie über die äußere Gestaltung bis hin zum Formulieren der Inhalte besonders gut mit dieser Problematik auskennt.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Wenn man Statistiken sowohl von Österreich, als auch von Deutschland betrachtet, stellt man Eines fest: beinahe 90% der Internetuser informieren sich über Suchmaschinen. Welchen Einfluss nehmen diese auf die Online Reputation eines jeden Einzelnen? Welchen Rat würden Sie mir als Privatperson zur geben, wenn Sie negative Informationen über mich finden würden?</strong></p>
<p>Philipp Einecke: Das Problem der Information über Suchmaschinen besteht darin, dass viele User dazu tendieren, nur das zu lesen, was als Ausschnitt bei Google, MSN, Yahoo und Co. angezeigt wird. Das liegt ganz einfach daran, dass es in den meisten Fällen eine ganze Flut von gefundenen Stellen ist, deren komplette Sichtung eine Unmenge an Zeit erfordern würde. Durch diese oberflächliche Information werden viele Fakten komplett aus dem Zusammenhang herausgerissen und jeder sie genau so auswerten kann, wie er das gerade möchte. Wenn ich negative Informationen über meine Person finde, die nicht der Wahrheit entsprechen, dann bitte ich in einem ersten Schritt den Betreiber der jeweiligen Plattform, diese zu löschen. Weigern sich die Betreiber, dann kann man notfalls auch Rechtsmittel wie eine Unterlassungsanordnung auf den Weg bringen. Das ist aber in den seltensten Fällen nötig. Finden sich solche negativen Einträge in Foren oder Blogs, dann gehöre ich zu denjenigen, die sich dort als User eintragen und den Urheber zur Vorlage von Beweisen auffordern und der auch schon mal deutlich macht, dass er den Inhalt der Paragraphen 186 und 187 des deutschen Strafgesetzbuches kennt.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Social Networks bieten einem Jeden die Möglichkeit sich selbst zu präsentieren, und mit den unterschiedlichsten Personen Kontakte aufzubauen. Welche Auswirkung hat das auf unsere Reputation? Wo zieht man die Grenze zwischen der digitalen Öffentlichkeit, der Privatsphäre und der Intimsphäre?</strong></p>
<p>Philipp Einecke: Die sozialen Netze im Internet sind ein sehr zweischneidiges Schwert. Sie können einem dabei helfen, in einem guten Licht dazustehen, bergen aber auch die Gefahr, dass man selbst in seinem Profil sowie durch die öffentlich ausgetauschten Mitteilungen zu viel von sich preis gibt. Als besonders kritisch stufe ich die auf diesen Plattformen häufig öffentlich angezeigten Kontaktlisten ein. Findet sich in dieser Auflistung jemand, der einen sehr schlechten Ruf im Internet hat, dann färbt das sehr schnell auch auf diejenigen Nutzer ab, in deren Kontaktlisten die jeweiligen Personen und Firmen stehen. Informationen über den familiären Hintergrund oder die Vermögenssituation haben dort schon mal gar nichts zu suchen. Je mehr Informationen ein Fremder aus der Intimsphäre eines Menschen dort finden kann, desto gefährlicher lebt nicht nur der Betreffende selbst, sondern auch seine Familie. Dabei braucht man nur an die zahlreichen Erpressungsversuche zu denken, bei denen Kinder von hochrangigen Persönlichkeiten entführt worden sind. Die Privat- und Intimsphäre ist von der Öffentlichkeit unbedingt abzuschirmen.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Die USA sind Vorreiter, Deutschland zieht nach und Österreich steckt noch in den Kinderschuhen. Warum denken Sie, dass das Thema Online-Reputation-Management immer wichtiger wird?</strong></p>
<p>Philipp Einecke: In den Vereinigten Staaten sind die öffentlichen Diffamierungen schon immer Gang und Gäbe. Da muss es nicht wundern, dass auch die Möglichkeiten des Internets sehr schnell erkannt und ausgenutzt worden sind. Dabei braucht man nur an YouTube und andere Plattformen zu denken, wo jeder seine Videoclips einstellen kann. Welchen Schaden man damit anrichten kann, hat die Lewinski Affaire gezeigt. Auch Boris Becker bekam die Auswirkungen seiner Wäschekammeraktion in den Medien zu spüren. Ist der öffentliche Ruf erst einmal ruiniert, ist es sehr schwer, ihn wieder herzustellen. In Deutschland ist das Internet als Informationsquelle sehr auf dem Vormarsch. Die Zahl der Haushalte, die darauf Zugriff haben, steigt täglich weiter an. Im Rahmen des Konjunkturprogramms sollen nun auch die ländlichen Gebiete versorgt werden, die bisher nicht an dieser Art der Informationsbeschaffung teilhaben konnten. Nachrichtenübermittlung über das Internet verdrängt auch in Deutschland zunehmend die klassischen Medien, weil man einerseits im Web die Informationen weltweit und nicht nur regional begrenzt zugänglich machen kann und anderseits viel schneller auf veränderte Situationen reagieren kann. Kein Wunder, dass dieses Medium auch in Europa zunehmend dazu genutzt wird, um mit der Verbreitung negativer Nachrichten Schaden anzurichten.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Abschließend ein kurzer Word Rap. Twitter?<br />
</strong>Philipp Einecke: Schreiben Sie nur Posts, die Sie nicht vor Ihrem Arbeitgeber verstecken würden und bleiben Sie authentisch.</p>
<p><strong>Simon Derflinger:</strong> <strong>Unternehmensblogs?</strong><br />
Philipp Einecke: Gute Sache, wenn man genau aufpasst, was man dort veröffentlicht.</p>
<p><strong>Simon Derflinger:</strong> <strong>Bewertungsportale?<br />
</strong>Philipp Einecke: Dort besteht eine erhebliche Gefahr durch gefakte Accounts.</p>
<p><strong>Simon Derflinger:</strong> <strong>Google Blogsearch oder Technorati?</strong><br />
Philipp Einecke: Google Blogsearch.</p>
<p><strong>Simon Derflinger:</strong> <strong>Ziele für dieses Jahr?</strong><br />
Philipp Einecke: Möglichst vielen Menschen zeigen, wie wichtig Ruf-Management vor allem in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise ist…</p>
<p><strong>Simon Derflinger:</strong> Danke für das Interview Hr. Einecke, alles Gute und danke für Ihre überaus interessanten Beiträge in Ihrem <a href="http://blog.marketing-constructor.de/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/blog.marketing-constructor.de');" target="_blank">world-wide-reputation Blog</a>.</p>
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		<title>Online Reputation Management: Interview mit Christian Scherg von Revolvermänner</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 08:47:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Simon Derflinger von der Fachhochschule Steyr (Studiengang e-business) führte im Zuge seines Berufspraktikums ein sehr interessantes Interview mit dem CEO von Revolvermänner, Herrn Christian Scherg:
Simon Derflinger: Danke, dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben, Hr. Scherg. Da ich mich dieses Semester in meinem Studium intensiv mit ORM auseinander setze und ich dazu eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.xing.com/profile/Simon_Derflinger" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.xing.com');" target="_blank">Simon Derflinger</a> von der Fachhochschule Steyr (Studiengang <a href="http://www.fh-ooe.at/campus-steyr/studiengaenge/bachelor-studien/e-business/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.fh-ooe.at');" target="_blank">e-business</a>) führte im Zuge seines Berufspraktikums ein sehr interessantes Interview mit dem CEO von <a href="http://www.revolvermaenner.com/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.revolvermaenner.com');" target="_blank">Revolvermänner</a>, Herrn Christian Scherg:</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Danke, dass Sie sich für das Interview Zeit genommen haben, Hr. Scherg. Da ich mich dieses Semester in meinem Studium intensiv mit ORM auseinander setze und ich dazu eine wissenschaftliche Arbeit verfasse, möchte ich Sie fragen, wann Sie sich zum ersten Mal mit Reputation Management im Onlinebereich befasst haben. Was war für Sie der ausschlaggebende Punkt?</strong></p>
<p>Christian Scherg: Wir haben uns schon vor Jahren mit dem Thema Online-Reputation-Management beschäftigt. Für uns war klar, dass das Internet eine ganz eigene Wahrnehmung schafft, die nicht so einseitig strukturiert ist, wie beispielsweise durch das Medium Fernsehen. Das Internet bedient sich einer ganz eigenen Architektur von Realität, in der klassische Werbebotschaften gleichwertig mit der subjektive Wahrnehmung von Kunden und aktuellen Berichterstattungen ein facettenreiches Bild zeichnen. Wir als Nutzer entscheiden nach Plausibilität und persönlicher Disposition welchen Informationen wir die größte Gewichtung beimessen. Die Darstellung von Unternehmen ist somit zu allen Seiten hin komplexer geworden und setzt sich aus mehr Faktoren zusammen. Menschen streben nach einer möglichst objektiven Sicht und setzen diese aus vielerlei subjektiv geprägten Informationen zusammen. Hier beginnt professionelles Reputations Management. Kundenmeinung, Kritik und Verfehlungen sind kein unkontrolliertes Risiko, keine Störfaktoren, wenn Sie in die Unternehmenskommunikation integriert werden. Es geht darum, offen und transparent Akzeptanz und Identifikationen zu schaffen, anstelle sich mit aller Macht gegen jede Art von Außeneinflüsse abzugrenzen. Andererseits ist auch mehr Vorsicht und Sensibilität gefragt, da die Halbwertzeit von Informationen durch das Internet weitaus höher geworden ist.<br />
<span id="more-391"></span><br />
<strong>Simon Derflinger: Vielleicht haben Sie von der Aussage Gernot Schieszlers, ehemaliger CFO der Telekom Austria, gehört, die er bei einer Pressekonferenz über den Personalabbau des Unternehmens getätigt hatte. Diese Aussage verbreitete sich umgehend auf YouTube. Über 100,000 Aufrufe innerhalb weniger Wochen. Es kostete ihm schlussendlich seinen Job. Welchen Einfluss haben Dienste wie YouTube ihrer Meinung nach bei der Unternehmensreputation?</strong></p>
<p>Christian Scherg: Solange sich Unternehmen hinter Ihren meterdicken Marketingbotschaften verbarrikadieren, regiert immer die Schadenfreude, wenn entsprechende Statements publik werden. Je höher die Diskrepanz zwischen der hochbudgetierten Werbewirklichkeit und der faktischen Realität ist, umso gravierender ist die Negativwirkung bestimmter Aussagen. Der Einfluss von YouTube erklärt sich in erster Instanz aus der Reichweite. Dass sich 100,000 Nutzer für den Clip interessieren, zeigt wiederum den Einfluss den die Qualität der Aussagen auf das Nutzerverhalten im Internet hat. Das Interesse die Wahrheit zu erfahren, liegt umso höher, desto mehr es den Anschein hat, sie sei aus einer unkontrollierten Entgleisung entstanden. Mit einem Mindestmaß an investigativer Energie durch den Nutzer wird aus dieser Aussage auf YouTube eine kleine Sensation. Das ist die Macht des Internets: Eine unüberlegten Aussage, die mit der Außendarstellung des Unternehmens kollidiert, ein schlechtes Reputationsmanagement und eine reichweitenstarke Plattform genügen, um für ein Unternehmen eine verheerende Wirkung zu entfalten.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Welche Ratschläge geben Sie Unternehmen für eine gut gepflegte Reputation im Internet? Welche Chancen sehen Sie?</strong></p>
<p>Christian Scherg: Offenheit, Transparenz, Ehrlichkeit. Man muss als Unternehmen Fehler einräumen, Defizite diskutieren und darf sich nicht verstecken. Präventiv muss eine grundlegende Sensibilisierung für eine geänderte mediale Situation geschaffen werden. Man muss sich der Nachhaltigkeit bewusst sein, die ein bestimmtes Verhalten gegenüber Kunden, Mitbewerbern oder der Gesellschaft hat. Reputation Management bedeutet nichts anderes, als Verantwortung zu übernehmen und sein Handeln an die vorhandene mediale Situation anzupassen. Dies fällt Unternehmen momentan recht schwer und wird noch nicht konsequent genug umgesetzt. Das Schlimmste sind in diesem Zusammenhang die Versuche vieler Konzerne eine solche Transparenz zu faken, indem Blogeinträge gefälscht und Kundenbewertungen von Mitarbeitern des Unternehmens angelegt werden. Unternehmensblogs werden etabliert, aber nicht gepflegt, sondern Negativkommentare ignoriert oder gelöscht. Damit machen die Unternehmen mehr kaputt, als sie am Ende gewinnen.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Wie helfen Privatpersonen, Tools wie 123people.com, yasni.de oder myON-ID?</strong></p>
<p>Christian Scherg: In erster Linie schärfen diese Plattformen &amp; Suchmaschinen den Blick von Privatpersonen für die Notwendigkeit, auf die eigene Reputation im Netz zu achten. Mit ihnen lässt sich darüber hinaus eine gewisse Ergebnis-Kosmetik betreiben, die je nach Tool aber auch sehr trügerisch ist. Viele User gehen davon aus, wenn Sie die Ergebnisse zu ihrer Person bei Yasni filtern, hätten Sie Ihrem persönlichen Reputation Management Genüge getan. Aufgrund der Tatsache, dass diese Tools aber in der Konsequenz keine Auswirkungen auf die organischen Suchergebnisse haben, ist dies zu kurz gedacht. Wir haben Kunden deren Existenz durch Eintragungen von Dritten nachhaltig zerstört wurde – da reicht es nicht, bei bestimmten Tools einfach ein paar Einträge auszuschalten. MyON-ID ist zukünftig vielleicht eine Ausnahme, weil der User dort Seiten erstellen kann, die auch in Google gelistet werden. Ansonsten sehe ich den Nutzen dieser Tools als rein pädagogische Maßnahme, um die Sensibilität von Privatpersonen für dieses Thema zu erhöhen.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Themenwechsel: Blogs. Noch immer haben viele Personen, mich bisher eingeschlossen, eine Scheu vor dem eigenen Bloggen. Ich war zum Beispiel bisher ratlos, welche Informationen ich bloggen sollte? So auf die Art: „Wer würde sich bloß dafür interessieren?“ Warum sollten Menschen trotzdem diese Möglichkeit zum Informationsaustausch nutzen?</strong></p>
<p>Christian Scherg: Es ist eine Frage der Herangehensweise. Natürlich sind Bogs in erster Linie dazu gedacht, Informationen auszutauschen, allerdings ist es wichtig, den Nutzen eines Blogs klar für sich zu definieren. Viele Nachrichten, Kommentare und Beiträge sind heutzutage einfach nur Ballast und werden auch von den Usern als solcher wahrgenommen. Das Schreiben, um des Schreibens Willen ist für Privatpersonen mittlerweile eine allseits akzeptierte Beschäftigung im Web. Aufgrund der hohen Diversifikation findet sich fast für jeden Blog eine mehr oder minder große Zielgruppe. Die einen schreiben für Ihre Freunde, die anderen für Liebhaber exotischer Gerichte und wieder andere züchten eine spezielle Katzenrasse. Es findet sich für jeden Blog eine geeignete Zielgruppe. Wichtig ist nur, dass dieses Hobby auch wieder Rückschlüsse auf die eigene Person zulässt und man sich sehr genau überlegen sollte, was und wie viel man in einem Blog über sich Preis gibt.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Welcher Vorteil würde sich, Ihrer Meinung nach, für Unternehmen ergeben, einen eigenen Unternehmensblog zu eröffnen?</strong></p>
<p>Christian Scherg: Blogs funktionieren wie ein Frühwarnsystem für Stimmungen. Auf dem eigenen Unternehmensblog lassen sich viele Probleme entschärfen, bevor sie im Internet eine Eigendynamik entwickeln. Für uns ein wichtiges Instrumentarium, um eine Bodenhaftung zu generieren, die viele Kunden bei Konzernen und Großunternehmen vermissen.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: In Deutschland ist die Verwendung von Web 2.0 Diensten in der Internet Community weit verbreiteter als in Österreich. Warum glauben Sie, dass Österreich da nachhinkt? </strong></p>
<p>Christian Scherg: Es wird einfach nur eine Frage der Zeit sein, bis Österreich auch in diesem Bereich zu Deutschland aufschließt. Man muss Entwicklungen immer im Gesamtkontext betrachten.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Welches Potential sehen Sie in Österreich? Ist es ein attraktiver Markt für die Web 2.0 Welt?</strong></p>
<p>Christian Scherg: Web 2.0 ist in ein globales Phänomen, deshalb ist grundsätzlich jeder Markt interessant.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Abschließend ein kleiner Word Rap:</strong><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Simon Derflinger: Unternehmensreputation?</strong><br />
Christian Scherg: Das wichtigste Kapital eines Unternehmens.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: XING?</strong><br />
Christian Scherg: Überbewertet.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Google?</strong><br />
Christian Scherg: Das Schreckgespenst vieler Unternehmen – zu unrecht.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Social Bookmarking?</strong><br />
Christian Scherg: Inflationär durch zu viele Anbieter.</p>
<p><strong>Simon Derflinger: Ziele für dieses Jahr?</strong><br />
Christian Scherg: Wir sind bislang sehr zufrieden.</p>
<p>Danke für das Interview Hr. Scherg und alles Gute!</p>
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		<title>Interview mit dem Country Manager von Google Österreich: Dr. Karl Pall</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 16:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[karl pall]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir hatten die Möglichkeit, dem Google Chef von Österreich einige Fragen über Suchmaschinenmarketing und Online Marketing in Österreich zu stellen. Außerdem haben wir ihn auf die Verzögerung des Baubegins im Datencenter in Kronstorf angesprochen, nimmt er auch zum Werbemarkt in Österreich Stellung und abschließend gibt es Dr. Karl Pall im Wordrap. Wir wünschen euch viel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hatten die Möglichkeit, dem Google Chef von Österreich einige Fragen über Suchmaschinenmarketing und Online Marketing in Österreich zu stellen. Außerdem haben wir ihn auf die Verzögerung des Baubegins im Datencenter in Kronstorf angesprochen, nimmt er auch zum Werbemarkt in Österreich Stellung und abschließend gibt es Dr. Karl Pall im Wordrap. Wir wünschen euch viel Vergnügen beim <a href="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/20090204_Interview-Online-Marketing-Blog-AT-Karl-Pall-Google-Austria.mp3"  target="_blank">Hören</a> oder Lesen.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<div id="attachment_355" class="wp-caption aligncenter" style="width: 106px"><a href="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/20090204_Interview-Online-Marketing-Blog-AT-Karl-Pall-Google-Austria.mp3"  target="_blank"><img class="size-medium wp-image-355" title="Download Podcast 16 Minuten / 14 MB" src="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/2009/02/podcast-logo.jpg" alt="" width="96" height="106" /></a><p class="wp-caption-text">Podcast Download</p></div>
<p style="text-align: center;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Herr Pall, Sie sind seit 2007 als Country Manager von Google Österreich aktiv &#8211; wenn Sie die letzten beiden Jahre Revue passieren lassen, welche Erfolge konnten Sie in Österreich verzeichnen?</strong></p>
<div id="attachment_339" class="wp-caption alignright" style="width: 202px"><a href="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/2009/02/karl-pall-google-oesterreich.jpg" ><img class="size-medium wp-image-339" title="Dr. Karl Pall" src="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/2009/02/karl-pall-google-oesterreich.jpg" alt="" width="192" height="128" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Karl. Pall / Quelle: APA</p></div>
<p>Karl Pall: Wir haben bereits 2006 die Österreichniederlassung eröffnet, also 1 Jahr schon früher und sind jetzt im 3. Jahr unterwegs. Ich glaube, das Größte und Wesentlichste war eine gewisse Bewusstseinsbildung in einem neuen Marketingsegment zu machen – eine komplett neue Definition von Marketing einfach auch zu implementieren. Wenn ich das jetzt qualitativ ausdrücke, ich werde weniger oft gefragt – im Vergleich zu früher – worüber Google eigentlich sein Geld verdient und das ist vielleicht ein kleiner Indikator dafür, dass es sich schon ein bisschen herumgesprochen hat. Wenn man es sehr stark formulieren würde, würde ich sagen es ist „Evangelisierung“, aber in Wahrheit geht’s um die Bewusstseinsbildung, dass man hier Kommunikationsmaßnahmen ganz neu definiert, dass heute nicht mehr nur in Zielgruppen gesprochen wird und in Kontaktchancen, sondern wirklich in Fakten, in Klicks und damit auch in Actions und Aktionen, in der Form, dass letztendlich auch Käufe getätigt  werden – und das glaube ich, ist uns gelungen.</p>
<p><span id="more-325"></span></p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Die heimische Wirtschaft investiert lt. Google-Manager Markus Kienberger nur 2,6 Prozent des Werbebudgets in Online Marketing &#8211; die <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1227289143747%26sap=2%26_pid=11544304" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/derstandard.at');" target="_blank">Mediennutzung des Internet liegt bei den Österreichern bei 17% </a> &#8211; wie beurteilen Sie den Markt für Suchmaschinenmarketing in Österreich?</strong></p>
<p>Karl Pall: Wenn Sie diese Zahlen gegenüberstellen, dann sehen Sie eigentlich schon, dass die Kluft eine wirklich überraschend hohe ist. Die Online Mediennutzung in der Freizeit mit 17% liegt absolut im europäischen Schnitt – ich glaube, es ist mittlerweile schon wieder ein bisschen gestiegen – also, der europäische Schnitt ist so bei 20%, da sind wir gut auf. Bei der Userstruktur – die Österreicher haben erkannt, wie wertvoll das Medium ist, sie nutzen es, sie setzen sich damit auseinander und sind absolut im europäischen Trend. Die Werbewirtschaft hinkt einfach um viele Jahre hinten nach – da gibt es ein paar Zahlen, wo manche sagen, es sind netto nur 2%, andere sagen es ist über 3%. Egal in welcher Spanne sich das abspielt, es ist einfach viel zu niedrig im Vergleich zu dem, wie Österreicher, die das Internet nutzen und die Möglichkeiten für sich erkannt haben. Daraus ergibt sich ganz klar, dass wir nicht das Schlusslicht im europäischen Vergleich sein können. Wir werden uns zumindest mittelfristig auf die größeren Märkte konzentrieren und dann glaube ich auch unsere Marketingbudgets entsprechend in diese Richtung entwickeln – das ist zweifelsohne der Fall.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Das hohe Potential für Suchmaschinenmarketing war ja anscheinend der Grund für die Errichtung eines Datencenters in Österreich! Es gab auch Gerüchte um den Aufschub vom Datencenter in <a href="http://maps.google.at/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=kronstorf&amp;sll=47.635784,13.590088&amp;sspn=11.019036,28.564453&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;z=13&amp;iwloc=addr" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/maps.google.at');" target="_blank">Kronstorf</a> oder eben einen deutlich späterer Baubeginn. Können Sie diese Gerüchte bestätigen?</strong></p>
<p>Karl Pall: Hier dürfen wir ein paar Dinge nicht vermischen, denn wenn wir von einem Datencenter reden, dann reden wir nicht von Österreich und das hat mit dem vorher gesagten gar nichts zu tun. Sie wissen, wie extrem schnell das Internet wächst. Sie wissen, wie viele hundert tausende, Millionen Sites immer wieder dazukommen. Sie wissen, dass der Content immer reicher wird an Daten – ich sage nur Bilder weg von nur Text zu Bildern zu Bewegtbildern – das bedarf alles einer größeren Datenmenge. Google crawlt das Netz und speichert die Inhalte in Datencentern ab – dass wir hier einen enormen Wachstumsbedarf haben, liegt natürlich entsprechend auf der Hand. Wenn Sie heute von einem Datencenter sprechen, dann sprechen Sie nicht einfach von einer Lagerhalle, die auf die grüne Wiese gestellt wird, sondern Sie sprechen von einer hochkomplexen Struktur, wo viele zusätzliche Faktoren abgestimmt werden müssen. Ich glaube, wenn heute gesagt wird, hier handelt es sich um eine Verzögerung, dann ist man sich dessen nicht ganz bewusst, wie komplex so ein Datencenter ist, bis dieses fertig ist. Google hat sich für diesen Standort entschieden und es gibt einen Zug-um-Zug Maßnahmenplan, was die nächsten Schritte sind und das beginnt von detaillierten Wasserproben bis zur Energieversorgung und Dinge, wo z.B. Straßen umgeleitet werden müssen. Das kann nicht innerhalb von 2 Wochen passieren.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Und warum hat man sich hier genau für Österreich bzw. Kronstorf entschieden?</strong></p>
<p>Karl Pall: Da sind sehr viele Faktoren zusammengekommen, die ich selbst nicht beurteilen kann – hier haben wir Experten, die das genau berechnet, gemessen und überprüft haben. All diese Faktoren zusammen haben dann Österreich als einen der möglichen Standorte in Erwägung ziehen lassen. Danach wurde entsprechend die Entscheidung für den Kauf des Grundstückes in Kronstorf getroffen.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Laut <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2009/01/08/google-1-million-advertisers-in-2007-more-now/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/bits.blogs.nytimes.com');" target="_blank">New York Times</a> hatte Google im Jahr 2007 weltweit ca. 1 Mio. Werbekunden und die Zahlen werden aktuell auf 1,3 bis 1,5 Mio. geschätzt – wie viele Werbekunden gibt es in Österreich?</strong></p>
<p>Karl Pall: Dass die Anzahl der Werbekunden stetig steigt liegt auch aufgrund des vorhin gesagten auf der Hand. Dass wir viele tausend Kunden haben, die den österreichischen Markt bedienen ist leicht vorstellbar. Aber ich glaube, wir müssen ein bisschen anders denken – wir haben sehr viele Kunden die von Österreich aus in die ganze Welt agieren und wir haben sehr viele Kunden, die vom Ausland in Österreich und in vielen anderen Ländern auch targeten. Das heißt nicht anderes, hier gibt es diese Grenzziehung gar nicht mehr, da das im Netz kontraproduktiv ist. Was immer zusammengeführt wird, ist natürlich die Sprache zwecks Verständnis und hier gibt es natürlich auch schon in allen Seiten eine Mehrsprachigkeit, wie man sie sich vor einiger Zeit noch gar nicht vorstellen konnte. Es ist hier nicht klar abzustecken, wie viele Kunden es in der Anzahl hier genau in Österreich sitzen und Österreich als Zielland haben – ich glaube, das ist schon längst passé und ist auch gar nicht unser Ansatz.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Und eine ungefähre Größenordnung, wie viele Unternehmen in Österreich auf Google Werbung schalten.</strong></p>
<p>Karl Pall: Noch einmal &#8211; es gibt sicherlich tausende Unternehmen, die in Österreich sitzen. Es gibt auch tausende, die anderswo sitzen und vielleicht Österreicher sind und die nicht nur Österreich targeten. Also da geht es nicht darum, wie viele hier physisch sitzen und ich glaube, das ist einfach  eine Frage der Old Economy.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Laut <a href="http://blog.werbeplanung.at/stories/5326735/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/blog.werbeplanung.at');" target="_blank">Aussage auf Werbeplanung.at</a> trifft die Finanzkrise z.B. auch Microsoft Österreich &#8211; dort denkt man natürlich auch daran die Budgets zu optimieren und mehr ins Internet zu investieren, da Online Marketing einfach kosteneffizient, sehr gut messbar ist und neben einer guten Reichweite auch geringe Streuverluste hat. Welche Trends sehen Sie im Online Marketing im Jahr 2009? </strong></p>
<p>Karl Pall: Also ich glaube, dass eine wirtschaftliche Entwicklung, wie wir sie jetzt haben sicherlich sehr viele Unternehmen zum Aufwachen zwingt – zum Aufwachen zwingt aus den Gründen, weil sich die Rahmenbedingungen komplett geändert haben und man muss heute, wenn man unternehmerisch denkt, sich wirklich mehr auf Leistung – ich sage ganz bewusst auf Performance und damit auf Performance Marketing konzentrieren. Ich glaube, dass ist genau das, was Suchmaschinenmarketing heute macht, es ist genau das, was in den digitalen Welten viel einfach möglich ist – oder überhaupt erst möglich wurde. Hier geht es um Messbarkeit, um wirkliche Zurückführung, was mir das eingesetzte Budget bringt. Man kann das Runterbrechen bis ins Detail und messen, ob und in welcher Form sich etwas ausgezahlt hat. Die ROI-Rechnung ist eine ganz wichtige Rechnung – nur auf Verdacht und Kontaktchancen einzukaufen, das wird sich in nächster Zeit kräftig ändern.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Welche Bereiche will Google Österreich in den nächsten Jahren forcieren? Ist es die Personalisierte Suche? Ist es die Universal Search? </strong></p>
<p>Karl Pall: Wenn wir heute auf Google schauen, so klar und reduziert die Startseite ist, soviel Information ist auch drinnen und wenn Sie sich etwas durchklicken auf den verschiedenen Angeboten, sehen Sie, dass Google so um die 100 <a href="http://www.google.at/intl/de/options/" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.google.at');" target="_blank">Tools oder Produkte</a> hat. Die meisten davon sind gar nicht bekannt – einzig das ist schon einmal ein Erlebnis wert, sich in diese andere Produktwelt von Google hineinzuversetzen und sich mit diesen Gratisprodukten (für den User immer gratis) auch entsprechend damit auseinanderzusetzen und ich glaube es gibt hier wirklich sehr spannende und interessante Dinge für jeden User, was Google hier zu bieten hat. Natürlich ist unser Core-Geschäft ist „Suche“, das ist keine Frage – und dass wir im Bereich Suche erst am Anfang stehen, ist auch relativ klar nachvollziehbar. Wir haben uns in den ersten Jahren nur auf Text beschränkt – die Textsuche, das Erfassen von Texten und auch eine entsprechende Reihung. Es wird Richtung Bilder gehen und auch in Richtung Bewegtbild gehen – aber worauf es wirklich ankommt ist einfach die Qualität der Suchergebnisse. Unsere große Aufgabe wird es sein – egal wie Sie das nennen, „Personalisierte Suche“ oder irgendwelche andere Begriffe, die im Umlauf sind – am Ende des Tages zählt nur eines, es geht darum, dass dem User eine entsprechend hohe Qualität und höchste Relevanz der Suchergebnisse in genau dieser Reihenfolge zur Verfügung zu stellen. Wir haben es heute einfach mit sehr vielen Worten zu tun, die eingegeben werden, die neu sind – neu sind, in der Form, dass sie nicht schon millionenfach eingegeben worden sind, Wortkombinationen, die komplett neu sind. Hier ist die Ergebnisbereitstellung mit jeder Sekunde und jeder Suchanfrage einer neuen Herausforderung gestellt. Das wird die große Aufgabe sein, hier  einfach noch bessere Qualität zu liefern.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Wird es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Street_View#Street_View" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/de.wikipedia.org');" target="_blank">Google Street View</a> auch in Österreich geben und wenn ja, wann wird es soweit sein?</strong></p>
<p>Karl Pall: Sie picken jetzt ein sehr tolles Tool heraus von den vorhin gesagten 100, die wir haben. Wir haben Street View in einigen Ländern gelaunched. Wir haben einen großen Erfolg gehabt z.B. voriges Jahr bei der Tour de France, wo man in Street View Perspektive die gesamte Strecke abfahren konnte. Wenn wir ein Produkt launchen haben wir das immer zum Ziel, das auch weltweit zu machen &#8211; nicht nur in einzelnen kleinen Segmenten, sondern hier auch ein Tool zur Verfügung zu stellen, das möglichst in allen Ländern auch anwendbar ist. Natürlich ist es ein Thema für Österreich wie für jedes andere Land dieser Welt auch. Wann es kommt, kann ich Ihnen nicht sagen, da hier entsprechend viele Faktoren zusammenhängen müssen – wo beginnt man zuerst, welche Länder sind für uns die relevantesten, welche Teile, welche Städte, was ist aktuell. Ich hab es vorhin an dem Beispiel genannt mit der Tour de France – es gibt viele Faktoren, die zusammenpassen müssen.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Abschließend hören wir jetzt noch den Google Country Manager Karl Pall im Word-Rap und ich bitte Sie mir zu den folgenden Schlagworten eine kurze Antwort zu geben &#8211; Ihr Lebensmotto.</strong></p>
<p>Karl Pall: Lebe jeden Tag, so als wäre es dein letzter, aber gehe davon aus, dass er es nicht ist.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Ihr Lieblings-Blog.</strong></p>
<p>Karl Pall: Ich habe keinen Lieblings-Blog, ich glaube das System von Blogs ist einfach, dass man tiefe Informationen zu Spezialthemen bekommt, die einen genauer interessieren und genau das was mich interessiert und wo ich in die Tiefe gehen möchte, da finde ich unter Blog Search mein Blogs und Informationen.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Ihr Lieblings YouTube Clip.</strong></p>
<p>Karl Pall: Was mich eigentlich immer wieder fasziniert und was ich sehr gerne herzeige, sind z.B. <a href="http://www.youtube.com/results?search_type=&amp;search_query=shakira+parody&amp;aq=0&amp;oq=shakira+p" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.youtube.com');" target="_blank">Persiflagen auf Shakira </a>– genial umgesetzt von einigen Leuten da draußen … immer wieder spaßig, das anzusehen.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: <a href="http://www.yahoo.com" onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/www.yahoo.com');" target="_blank">Yahoo</a>, Juhuu oder Flop?</strong></p>
<p>Karl Pall: Total innovatives Unternehmen – ich glaube, absolut im Zeichen der Zeit. Ein eindeutiges Juhuu – Flop kann ich nicht sagen, ich möchte nicht einen Marktteilnehmer beurteilen – hier gibt es andere, die das tun undkönnen. Es ist sicherlich ein Unternehmen, das die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt hat.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Ihre Prognose für den <a href="http://www.online-marketing-blog.at/trend/google-top-suchbegriffe-2008-google-zeitgeist/" >meist gegoogelten Begriff Österreichs</a> 2009.</strong></p>
<p>Karl Pall: Wenn ich eine ernsthafte Prognose abgeben könnte, würde ich nicht hier sitzen und mit Ihnen telefonieren.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Karl Pall privat.</strong></p>
<p>Karl Pall: Pendelt zwischen Stadt und Land, liebt es in Wien zu sein, fix liiert, viel Sport in der Freizeit – Ausdauer, was da heißt, wenn es irgendwie geht, lange Strecken zu laufen und ich peile gerade eben meinen 26. Marathon an, den ich laufen möchte. Ich esse gerne gut, weil nach viel Sport braucht man das und hat man das auch verdient.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Ihr größter Wunsch.</strong></p>
<p>Karl Pall: Noch viele Wünsche haben zu können.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Österreich.</strong></p>
<p>Karl Pall: Einer der schönsten Teile Europas.</p>
<p><strong>Thomas Fleischanderl: Alles klar, herzlichen Dank, Herr Pall für das Interview!</strong></p>
<p>Karl Pall: Danke, Herr Fleischanderl, danke Ihnen!</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<div id="attachment_355" class="wp-caption aligncenter" style="width: 106px"><a href="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/20090204_Interview-Online-Marketing-Blog-AT-Karl-Pall-Google-Austria.mp3"  target="_blank"><img class="size-medium wp-image-355" title="Download Podcast 16 Minuten / 14 MB" src="http://www.online-marketing-blog.at/wp-content/uploads/2009/02/podcast-logo.jpg" alt="" width="96" height="106" /></a><p class="wp-caption-text">Podcast Download</p></div>
<p style="text-align: center;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Zur Information, hier geht&#8217;s noch einmal zum <a href="http://www.online-marketing-blog.at/studien/robert-basic-im-interview-uber-blogs/" >Interview mit Robert Basic</a> vom damaligen Basicthinking-Blog.</p>
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