Stellen Sie sich vor, Sie surfen im Internet und werden von einer Ihnen völlig fremden Person aufgefordert, die Freundschaft zu bestätigen. Wie reagieren Sie?

Im Rahmen eines Experiments mit dem populären Social Network Facebook haben wir unser einführendes Beispiel an die Spitze getrieben. Als Ausgangsbasis erstellten wir ein möglichst glaubwürdiges User Profil einer jungen, attraktiven Dame. In unserem Experiment warben wir innerhalb von 3 Tagen um die Freundschaftsbestätigungen von 1.000 männlichen Mitgliedern.
Die Reaktion der Mitglieder war eindeutig – ein Großteil erkundigte sich nach dem Grund unserer Einladung bzw. ob im wirklichen Leben eine Beziehung zu unserem Lockvogel besteht. Besonders kreative Nutzer haben jedoch nicht gezögert, uns zu ihrer nächsten Party einzuladen.

Obwohl keine persönlichen Anfragen beantwortet wurden, konnten wir innerhalb einer Woche durch 1.000 Einladungen eine Freundesliste mit über 530 (!) männlichen Mitgliedern erzielen.
Wir hatten nun einen umfangreichen Pool mit Unbekannten geschaffen, für die das Leben unserer künstlich geschaffenen Person bis zu diesem Zeitpunkt völlig irrelevant war.
In einem weiteren Schritt führten wir einen Test mit persönlichen Statusmeldungen durch, die für jeden Freund in unserem Netzwerk öffentlich sichtbar waren. Unsere fiktive Person verbreitete Informationen zu aktuellen Aktivitäten, aber auch positive Kommentare zu Lifestyle-Produkten.
Ohne großen Aufwand haben wir die Erlaubnis („Permission“) erhalten, unbekannte Personen an unserem Leben, unseren Aktivitäten und Produktempfehlungen teilhaben zu lassen.

Mehr als 4 % der Mitglieder partizipierten an der von uns initiierten Kommunikation – für uns völlig kostenlos und für unsere „Freunde“ offensichtlich relevant.
Unser Facebook Experiment lässt sich für Social Media Marketing Aktivitäten endlos weiterspinnen und optimieren: von der Kombination mit einem persönlichen Blog, Fotoberichten bis zu Videotagebüchern ist nahezu alles möglich, um Produkte & Services von Unternehmen auf einem neuen Weg der Zielgruppe zu vermitteln – relevant und anregend.