Hier ist der fünfte Teil des Interviews mit Robert Basic, eine Inhaltsübersicht gibt es im Intro-Post.

Online-Marketing-Blog.at: Vielleicht machen es viele Unternehmen falsch, weil laut einer aktuellen Studie der North American Technographics Media and Marketing Online Survey im Quartal 2 / 2008 (Quelle) vertrauen nur 16 % der Internetuser den Inhalten von Corporate Blogs! Was sind deiner Meinung nach die Gründe dafür?

Nur 16% vertrauen den Inhalten von Corporate Blogs

Robert Basic: Gut, die Studie zweifle ich sowieso erstmal an, weil ich nicht weiß, wie das dazu kam – also wer befragt wurde, wie befragt wurde. Das ist immer wahnsinnig wichtig. Das führt immer dazu, dass solche Umfragen wahnsinnig große Bandbreiten haben – je nachdem, welche Umfrage du nimmst. Es gibt andere Umfragen, da ist es genau umgekehrt, komischerweise, da traut man eigentlich mehr den Corporate Blogs als den PR-Berichten z.B. der Firmen – auch ganz erstaunlich, aber was dazu führt, dass man eher ein Misstrauen zu diesem verkrampften Verhältnis zwischen Konsument und Unternehmen.

Das heißt, das Unternehmen will ja nur was verkaufen. Die wollen mir was auf das Ohr und auf die Backe drücken und ich muss das hier durchlesen. Die stellen alles nur in hellsten Tönen dar. Das ist ja sowieso nie so wirklich und die machen ja eh nur diese blöde Werbung – immer. Die Werbung hat uns dazu erzogen, misstrauisch zu sein, weil da immer sehr stark übertrieben wird. Genauso sieht man natürlich dann auch Blogs, weil das Kontaktverhältnis zwischen Kunde und Firma durch diese sehr überstarke, übergroße Werbung natürlich jetzt ein bisschen verpfuscht worden ist. Es fällt schwer auf dem Blog halt eben davon wieder weg zu kommen, als Konsument sich von diesem Werbeeinfluss zu lösen – diesen Erfahrungen, die er gemacht hat, sodass natürlich Firmen dann immer wieder sagen „Mensch, wenn ich was schreibe, das darf sich nicht werblich anhören“. Das ist nämlich genau die Falle die sich selber alle gebaut haben und jetzt auch merken, dass das in der Kundenkommunikation nach hinten los geht, wenn man wirklich offen mit dem Kunden kommunizieren will – direkt nämlich – das ist schwer zu heilen.

Du kannst dann nur wirklich sehr schön sehr täglich von dir aus aus deiner Sicht der Dinge gewisse Dinge schildern aus dem Unternehmen heraus. Und wer zu viel trommelt und zu sehr auf die Tube drückt und sagt ich bin der Geilste und Größte – klar hat der Kunde darauf keine Lust. Das interessiert ihn nicht. Wenn du ihm aber was bringst das ihn interessiert und was ihm vielleicht sogar hilft und was ihn sogar begeistert – klar ist er dann wieder dabei.

2 Antworten zu “Robert Basic Interviewserie (5/7)”
  1. Ich denke für den 0815-User ist es egal ob er einen Blog aufruft oder eine „normale“ Internetseite. Entscheidend sind die publizierten Inhalte – und genau da sehe ich das Problem.

    Es gibt nur wenige gute Corporate Blogs, bei denen erkennbar ist warum und wozu man sich für einen Blog entschieden hat. Es reicht eben nicht nur einem Trend zu folgen, sondern man sollte sich auch dem genutzten Medium bewusst sein – und wer von den großen Corporate Blog-Betreibern ist sich das wirklich?

    Immer einen Klick wert:
    http://www.blog-frosta.de/blog/

  2. Hallo Markus, auf der einen Seite gebe ich dir Recht wenn du sagst, dass es auf die publizierten Inhalte ankommt … auf der anderen Seite erwartet sich ein Internetnutzer von einer normalen Internetseite eine werbliche Website – über einen Blog kann der Nutzer mit dem Unternehmen (öffentlich) kommunizieren und das ist meiner Meinung nach der große Unterschied. Richtig gute Corporate Blogs sind rar – das stimmt :-) LG, Thomas

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